Posts filed under 'Verhalten'
Neujahrswechsel in Südafrika

1. januar am bloubergstrand
Glaubst Du, dass auch in Südafrika Silvester gefeiert wird?
Natürlich und auch noch mit vollem Elan! In Kapstadt gibt es deshalb für die Silvesternacht viele Parties in allen bekannten Clubs. Die Restaurants servieren spezielle Silvestermenus, verlangen für diese speziellen Kreationen allerdings auch viel Geld. Dafür wird man meistens mit einem Glas Champagner und einem DJ oder sogar Livemusik unterhalten. Im Stadtzentrum um die Long Street ist viel los und es gibt auch einen speziellen Silvesterumzug. Die V&A Waterfront begeistert die Besucher sogar mit einem Feuerwerk um Mitternacht. Im Kirstenbosch Botanischen Garten gibt es jedes Jahr ein Silvesterkonzert mit einer beliebten Band.
Das Neujahr wird dann am 1.1. eingeläutet mit einem Strandtag. Jeder packt seine Campingstühle, die Decke und setzt sich mit seinem Picknick den ganzen Tag an den Strand. Alkohol darf natürlich auch nicht fehlen und weil viele Südafrikaner gar nicht schwimmen können, ertrinkt jedes Jahr an Neujahr mindestens jemand. Witzig zu beobachten sind auch immer die fahrbaren Diskotheken: Viele fahren mit ihrem prall gefüllten Auto an den Strand, reissen Türen und Fenster auf, schalten das Radio ein und tanzen den ganzen Nachmittag fröhlich um ihren Wagen herum. Die Menschenmassen am Strand sind am Neujahrstag so enorm, dass im beliebten Touristenort Camps Bay an diesem Tag die meisten Restaurants geschlossen sind.
Am 2. Januar müssen dann früh Morgens schon die Putztruppen losziehen, um den ganzen Müll wegzuräumen, der vom grossen Beachtag übrig geblieben ist. Die neu aufgestellten Mülleimer scheint niemand zu beachten.
1 comment Januar 2, 2009
Weihnachtsbäume in Afrika
Glaubst Du, dass man auch in Afrika Weihnachtsbäume hat?
Ganz generell für Afrika kann ich diese Frage leider nicht beantworten, aber ich weiss, wie es hier in Südafrika aussieht: Seit einigen Tagen werden hier an verschiedenen Strassenkreuzungen Weihnachtsbäume verkauft. Man wird darauf hingewiesen mit einem Tannenbaum, der an der Ampel befestigt ist. Leider sind diese Bäume meistens bereits ganz lahm, weil sie tagelang in der Sommerhitze liegen und niemand sie wässert. Trotzdem kaufen viele Südafrikaner einen solchen Baum und wundern sich wahrscheinlich, wieso er bereits nach wenigen Stunden die Nadeln verliert. Das Aussehen dieser Bäume ist auch immer ident und entspricht nicht dem gängigen europäischen Tannenbaum. Diese hier ähneln eher hellen Föhren mit dünnen Ästen.
Für die meisten Südafrikaner ist ein echter Baum aber nicht unbedingt nötig und sie stellen jedes Jahr ihren Plastikbaum auf. In den Supermärkten werden diese auch in eigens kreierten und grell blinkenden Abteilungen fleissigst verkauft. Den Plastikbaum gibt es in jeder Grösse und für jedes Budget.
Weit verbreitet ist natürlich auch der Drahtbaum, der ebenfalls an jeder Strassenkreuzung verkauft wird. Dieser ist wie viele andere hübsche Souvenirs mit farbenfrohen Perlen versehen und ein echtes Kunstwerk, das vor allem jedes Jahr gleich schön aussieht.
Interessant ist, dass der Weihnachtsbaum hier in Südafrika nicht erst am Heiligabend aufgestellt wird, sondern schon Tage davor farbenfroh geschmückt im Wohnzimmer vor sich hin blinkt und Weihnachtsstimmung verbreitet.
Für die Weihnachtsbäume in Namibia habe ich übrigens auch noch etwas Witziges in einer Zeitung gelesen: In Namibia gibt es aufgrund der Trockenheit des Landes kaum echte Weihnachtsbäume, die auch hübsch und grün sind. Weil man als ehemalige deutsche Kolonie aber nicht auf den Weihnachtsbaum verzichten möchte, soll es Farmer geben, die anfangs Jahr einen Tannenbaum auf ihrem Grundstück auswählen und diesen bis Weihnachten so fleissig giessen, dass er auch schön grün ist fürs Fest.
In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein spannendes 2009! Für mich gibt es bestimmt auch im nächsten Jahr viel Spannendes zu berichten über Afrika!
Add comment Dezember 22, 2008
Anziehungskraft Südafrikas
Möchtest Du auch gerne in Südafrika wohnen? Klar, es ist schön hier, die Sonne scheint öfters als in anderen Ländern dieser Welt, die Landschaften sind abwechslungsreich und es hat herrliche Strände. Ich bin aber sicher, dass trotzdem nicht jeder hier wohnen möchte.
In Afrika ist das wohl aber schon so und es scheint fast jeder das Ziel zu haben, in Kapstadt oder Südafrika zu wohnen. Wenn ich während meiner Reisen in andere afrikanische Laender erzählt habe, dass ich in Kapstadt wohne, waren alle Afrikaner total begeistert und wollten unbedingt mehr über diese Stadt erfahren. Südafrika und ganz besonders Kapstadt gilt offensichtlich als Paradies in den anderen afrikanischen Ländern. Irgendwie scheint in Afrika allgemein bekannt, dass man hier Geld verdienen und ein tolles Leben führen kann. Dass man dafür auch arbeiten muss und das Geld nicht einfach so aus dem Wasserhahnen fliesst, ist den meisten natürlich nicht wirklich bewusst. Malawi gilt als eines der ärmsten Länder der Welt und doch haben meiner Ansicht nach die Leute dort alles, was man braucht. Sie haben wahrscheinlich nicht viel Geld, aber dafür haben die meisten ein Haus mit Garten, Platz, um ihr Gemüse anzubauen und auch genug Wasser, dank dem Lake Malawi. Trotzdem, wollten auch dort alle, die ich getroffen habe, nach Kapstadt. Hier leben die afrikanischen Ausländer aber meistens in einer Hütte im Township, ohne Garten und müssen sich alle Esswaren im teuren Supermarkt kaufen.
Ich denke deshalb nicht, dass sie hier glücklicher sind und angesichts der Attacken vor ein paar Wochen wohl ganz bestimmt nicht. Ich hoffe deshalb, dass die meisten in ihrem afrikanischen Paradies bleiben und es dort schätzen lernen.
Add comment Juni 22, 2008